Leptospirose

verbreitung erreger inkubationszeit präpatenz
patenz symptomatik übertragung diagnostik
therapie prophylaxe komplikationen meldepflicht


Synonym(a)

Weil-Krankheit (zahlreiche andere Krankheitsnamen)

Erreger

Einige Serotypen von Leptospira interrogans: L. icterohaemorrhagiae, L. canicola, L. pomana, L. autumnalis, L. australis, L. grippothyphosa, L. hebdomidis und weitere.

Verbreitung

Weltweit verbreitete Zoonose. Gehäuft zu den warmen Jahreszeiten.

Übertragung

Über tierische Ausscheidungen: Meist Urin, aber auch Speichel, Milch, Fruchtwasser und andere tierische Exkrete. Tierisches Reservoir: Nagetiere, zahlreiche Wild- und Heimtiere, sogar Meeressäuger. Infektion über Kontakt mit Schleimhäuten oder Haut mit unscheinbaren Verletzungen. Infektionsorte: Gewässer jeglicher Art, nagerbewohnte Gebiete. Jeglicher Umgang mit tierischen Exkreten ist infektionsträchtig.

Inkubationszeit

(2 -) 7 - 12 (-20) Tage.

Symptomatik

Häufig asymptomatisch oder wie fieberhafter grippaler Infekt. Bei symptomatischen Verläufen etwa 90 % anikterische Verlaufsformen, etwa 10 % ikterischer Verlauf. Zweiphasischer Krankheitsverlauf.
Bakteriämie (1. Phase): Rascher Fieberanstieg, Myalgien, Arthralgien, Kopfschmerzen bei schweren Krankheitsgefühl. Weitere Symptome: Konjunktivitis, Konjunktivale Blutungen, Photophobie, Episkleritis, Exantheme, Übelkeit, Erbrechen, abdominelle Beschwerden, Splenomegalie, Hepatomegalie (selten), Husten, blutiger Sputum und Brustschmerz. Dauer etwa 1 Woche.
Organmanifestation bei nicht ausreichender Abwehr (2. Phase): Hepatitis - Meningitis - Nephritis. Hepatitis: Hepatozelluläre Schädigung, Ikterus, rasche und vollständigen Regeneration. Meningitis: Aseptisch, wenn anikterisch, nicht letal. Nephritis: Tubuläre Schädigung der Nieren, Nierenversagen, Tod. Ungünstige Symptome: Hämorrhagien, Bewußtseinsstörungen und Kreislaufversagen. Letalität bei ikterischen Verlauf bis 10 %.
Immunität nur gegenüber verursachenden Serovar.

Differentialdiagnose

Typhus abdominalis, Malaria, atypische Pneumonien, Influenza, Hepatitis, Nichtbakterielle Meningitiden und Enzephalitiden, Sepsis.

Diagnostik

In ersten 10 Tagen aus Blut oder Liquor, ab 2. Krankheitswoche aus Urin. Direkter mikroskopischer Nachweis schwierig. Anzucht der Erreger auf speziellen Kulturmedien möglich, aber langwierig. Nachweis von Nukleinsäure mit PCR möglich. Diagnose meist mit Serologie: Agglutinierende Antikörper ab 3. - 4. Krankheitswoche mit Pools verschiedener Serovare: MAT (Mikroskopischer Agglutinationstest), auch ELISA.

Therapie

Antibiotische Therapie mit Penicillin, Ampicillin und Tetracyclinen möglich, möglichst frühzeitig.

Immunisation

Theoretisch möglich. Bisher Anwendung nur im asiatischen Raum.

Prophylaxe

Meiden kontaminierter Gewässer und nagetierbewohnter Gebiete. Schutzkleidung bei beruflicher Exposition. In Ausnahmefällen medikamentöse Prophylaxe mit Doxycyclin (z.B. militärischer Einsatz). Immer Lebensmittel und Getränke ausreichend schützen.

Meldepflicht

Erkrankung und Tod.

Achtung

Ausscheidungen Erkrankter, insbesondere Urin, sorgfältig entsorgen.


Erstellt am 12.5.2015 - ©2002 DRTM/MTTS