Lassa-Fieber

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patenz symptomatik übertragung diagnostik
therapie prophylaxe komplikationen meldepflicht


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- 07.05.2015 - Nigeria -

Englischer Begriff: Lassa fever

Erreger

Das Lassa Virus ist ein extrem virulentes Arena-Virus.

Verbreitung

Westafrika, Zentralafrika

Übertragung

Ratten bilden das tierische Reservoir. Urin, Blut, Fäzes und Speichel sind virushaltig.
Die Übertragung auf den Menschen erfolgt durch Inhalation von Läusekot-haltigem Staub und durch verunreinigte Lebensmittel und Getränke. Während einer Epidemie findet die Übertragung auch von Mensch zu Mensch statt. Insbesondere Krankenhauspersonal ist gefährdet.

Inkubationszeit

3 - 17 Tage

Symptomatik

Meist ist der Verlauf milde oder inapparent. Zu Beginn treten Fieber und unspezifische grippale Symptome wie Kopf- und Gliederschmerzen auf. Ab der 2. Krankheitswoche kann die Genesung einsetzen. Gesichtsödem, gastrointestinale Beschwerden, starke Myalgie, Pharyngitis oder Glottisödem gelten als Vorzeichen für einen schweren Verlauf. Ein makulopapulöses Exanthem kann auftreten. Pleura- oder Perikarderguß sowie Schleimhautblutungen sind Zeichen einer allgemeinen Blutungsneigung. Bradykardie ist typisch. Der Tod kann infolge eines hämorrhagischen Schocks eintreten.

Komplikationen

Bleibende Hörminderung, Perikarditis, Pleuritis, Uveitis, Orchitis

Prognose

Die Letalität der klinisch apparenten Fälle beträgt 15 - 30%

Diagnostik

Für Laborarbeiten mit Lassa Viren gilt die Sicherheitsstufe 4.
Blut: Erregerisolation, 4-facher AK Anstieg, AG Nachweis, Leukopenie
Liquor:
Stuhl:
Urin: Erregernachweis bis zu 2 Monate nach Krankheitsbeginn, Albuminurie
Sputum:
Rachenspülwasser: Erregerisolierung
Biopsie: Erregernachweis im Knochenmark

Differentialdiagnose

Hämorrhagisches Fieber anderer Genese, wie Malaria, Gelbfieber, Dengue Fieber, Typhus

Therapie

Bei frühzeitiger Therapie wurden Erfolge mit Ribavirin erzielt. Strenge Isolierung des Patienten ist obligat. Das supportive Management orientiert sich an den Symptomen.

Prophylaxe

Hygienisch geeignete Aufbewahrung von Lebensmitteln und konsequente Bekämpfung von Rattenpopulationen reduzieren die Inzidienz deutlich. Für besonders gefährdete Personen kann eine Prophylaxe mit Ribavirin erwogen werden.

Immunisation

Eine Schutzimpfung existiert nicht.

Meldepflicht

Bei Verdacht, Erkrankung und Tod


Erstellt am 12.5.2015 - ©2002 DRTM/MTTS