Krim-Kongo hämorrhagisches Fieber

verbreitung erreger inkubationszeit präpatenz
patenz symptomatik übertragung diagnostik
therapie prophylaxe komplikationen meldepflicht


Synonym(a)

(CCHF)

Erreger

Krim Kongo Virus (Familie: Bunyaviridae).

Verbreitung

Afrika, Asien, Südost-Europa.

Übertragung

Zecken, die das Virus über Monate beherbergen können, übertragen den Erreger mit dem Stich. Innerhalb der Zeckenpopulation überlebt der Erreger durch transovarielle und transstadielle Weitergabe. Natürliche Wirte sind Wild- und Haustiere (Huftiere, Nager), die teilweise nicht erkranken. Eine Mensch-zu-Mensch-Übertragung ist durch Blutkontakt oder über Aerosole möglich. Gefährdet sind v. a. Personen, die in Endemie- und Epidemiegebieten in der Landwirtschaft oder beim Militär beschäftigt sind, aber auch Camper sowie medizinisches Personal, das in Kontakt mit Patienten und deren Blut kommt.

Inkubationszeit

5 - 12 Tage.

Symptomatik

Die Prodromalphase ist gekennzeichnet durch plötzliches Fieber mit grippeähnlichen Begleitsymptomen, Übelkeit und Erbrechen. Hinzu kommt früh eine Hyperämie von Haut und Schleimhäuten. Am 4.-5. Tag kann es bei 25 % der Erkrankten zu petechialen Blutungen der Haut und mukösen Membranen sowie profusen Blutungen aus Nase, Zahnfleisch, Gaumen, Uterus und Gastrointestinaltrakt kommen. Es besteht eine Hepatomegalie, später treten Ikterus und Urämie auf. Die Leberenzyme sind pathologisch verändert, das Blutbild zeigt eine Leukopenie und Thrombozytopenie. Prognostisch ungünstig sind zentralvenöse Störungen wie Meningismus, Krampfanfälle und Koma als Folge zerebraler Blutungen. Die Erholung verläuft langsam und ist häufig von Komplikationen wie Erschöpfung, Haarausfall, Polyneuritiden, Ikterus, Hör- und Sehstörungen begleitet. Schwangere sind besonders gefährdet, Aborte sind häufig. Zweitinfektionen scheinen nicht vorzukommen. Die Letalität beträgt je nach medizinischer Versorgung 10-50 %, bei nosokomialen Ausbrüchen oder Epidemien bis zu 70 %.

Diagnose

Der Nachweis von Antikörpern erfolgt am besten mittels Immunfluoreszenz-Test oder ELISA.
Die Virusisolierung aus dem Blut während der fieberhaften virämischen Phase zu Krankheitsbeginn ist die Methode der Wahl.

Therapie

Es sollte eine intensive symptomatische Therapie erfolgen (Blut-, Flüssigkeits- und Elektrolytersatz). Die Wirkung antiviraler Mittel ist nicht bekannt, die von Immunplasma- bzw. Globulingaben zu Krankheitsbeginn noch nicht gesichert.

Prophylaxe

Krankenhauspersonal in Endemiegebieten sollte über die Gefährlichkeit informiert sein und entsprechende Vorsichtsmaßnahmen einhalten. Zeckenrepellents für Menschen und Akarizide für Haustiere können angewandt werden. Experimentell ist bereits eine Vakzine bei fraglicher Wirksamkeit eingesetzt worden.


Erstellt am 12.5.2015 - ©2002 DRTM/MTTS