Echinokokkose

verbreitung erreger inkubationszeit präpatenz
patenz symptomatik übertragung diagnostik
therapie prophylaxe komplikationen meldepflicht



Synonym(a)

Echinococcosis

Englischer Begriff: Echinococcosis, hydatid disease

Erreger

Echinococcus granulosus (Hundebandwurm), E. multilocularis (Fuchsbandwurm)

Verbreitung

E. granulosus ist weltweit verbreitet, E. multilocularis ist auf die nördliche Hemisphäre beschränkt.

Übertragung

Die Eier werden von Hund, Fuchs oder Katze ausgeschieden. Der Fehlwirt Mensch nimmt diese oral auf. Die Infektion erfolgt entweder über die Nahrung, oder als Schmierinfektion. Fliegen können die Eier verschleppen.

Inkubationszeit

Mehrere Monate-mehrere Jahre

Präpatenz

Mehrere Jahre

Patenz

Mehrere Jahre

Symptomatik

Bei Befall durch Echinococcus granulosus kommt es in 60% der Fälle zur Ausbildung von Zysten in der Leber, ansonsten sind Lunge, Milz, Nieren, ZNS, Knochen oder Haut betroffen. Das klinische Bild wird durch Ausbildung der Raumforderung in Abhängigkeit von der Lokalisation bestimmt.
Echinococcus multilocularis verursacht infiltratives Wachstum von Keimepithel in das Gewebe der Leber. Es kommt zur Ausbildung eines multivesikulären Hohlraumsystems in der Leber, welches eine starke Vergrößerung des Organs bewirkt.

Komplikationen

Hepatomegalie, Ikterus, portale Hypertension, Aszites, Oesophagusvarizen, Perforation der Zyste mit nachfolgender Peritonitis und/oder Anaphylaxie

Prognose

Sie hängt von Lokalisation und Ausdehnung der Raumforderung ab.

Diagnostik

Blut: Eosinophilie, Hämagglutinationstest, Komplementbindungsreaktion
Haut: Casoni Test (Intrakutantest auf Echinokokkose)
Bildgebende Verfahren: Abdominelle Sonographie, Röntgen-Thorax, CT, Angiographie

Differentialdiagnose

Zystische Raumforderung anderer Genese, Malignom,

Therapie

Therapie der Wahl ist die radikale chirurgische Entfernung. Zur Vermeidung einer Filiasierung und zur Senkung der Rezidivrate wird präoperativ Mebendazol verabreicht. Bei Inoperabilität kann Mebendazol zur Dauertherapie verwendet werden.

Prophylaxe

Bei Kontakt mit Hund, Fuchs oder Katze sollen hygienische Maßnahmen eingehalten werden. Vermeidung der Aufnahme von rohen Waldfrüchten, welche durch Exkremente dieser Tiere verunreinigt sein könnten. Die regelmäßige Entwurmung von Haustieren (Hund, Katze) ist empfehlenswert.


Erstellt am 12.5.2015 - ©2002 DRTM/MTTS