Streptoccocus suis

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Krankheitsnamen:
Streptococcus suis Infektion

Erreger

Streptoccossus suis ist gram-positive, fakultativ aerobe, lebt kommensalisch in Schweinen und kann invasive Erkrankungen bei Schweinen und Menschen hervorrufen. Humanpathogen sind die Subtypen 1, 2 und 14.

Verbreitung

Vermutlich weltweit, meist Asien.

Entwicklungszyklus
Das natürliche Habitat von S. suis sind beim Schwein der obere respiratorische Trakt, besonders Tonsillen und Nasenraum, Genitalien und Verdauungstrakt. Das Bakterium wurde aber auch bei vielen anderen Säugetieren und Vögeln nachgewiesen. Übertragung innerhalb der Schweinebestände durch subklinische Träger und durch Fliegen. Das Bakterium kann längere Zeit in der Umwelt in Fäkalien, Staub und in Kadavern überdauern. Humane Infektionen normalerweise nur sporadisch.

Übertragung

Durch direkten Kontakt (Hautwunden) zu infizierten Schweinen oder verendeten Tieren. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist nicht bekannt. Risikopersonal sind Menschen mit häufigem Kontakt zu Schweinen wie Landwirte, Tierärzte, Schlachter, Mitarbeiter der fleischverarbeitenden Industrie und Jäger.

Inkubationszeit

Nicht sicher bekannt, vermutlich ca. wenige Tage bis eine Woche

Symptomatik

S. suis ist Erreger für generalisierte Septikämien (Blutvergiftungen, selten mit Schock und Multiorganversagen), Lungenentzündungen, Meningitis (häufigste Form), Endokarditis und Arthritis. Ein Teil der Infektionen verläuft symptomlos oder mit milden Krankheitszeichen. Anfänglich influenza-ähnliche Symptome. Klinische Symptome sind Gangunsicherheit, Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, relativ frühe Taubheitssymptome, Gelenkentzündungen, Schwindel und Lungenentzündung. Auch hohes Fieber und Hämorrhagien können auftreten.

Komplikationen

Trotz Behandlung bleiben häufig neurologische Folgeschäden wie eine Beeinträchtigung oder Verlust des Gehörs, Schwindel und Gangunsicherheit. Die Meningitis ist meist nicht fatal.

Prognose

Sterblichkeitsrate meist 7-10 %. Auch 20 % beobachtet (nur in 2005 in China, Sichuan). Risikofaktoren sind Splenektomie und Immunschwäche.

Diagnostik

Anzucht des Erregers. ELISA, aus Blut und Rückenmarksflüssigkeit (Liquor). Für Schweine existiert ein Schnelltest (4 Stunden).

Differentialdiagnose

Meningitis anderer Etiologie, andere Blutvergiftungen, Influenza und weitere neurologische Infektionen.

Therapie

Penicilline und Antibiotika der Beta-Lactam-Klasse. Bei Blutvergiftungen Intensivtherapie mit intravenöser Antibiotikagabe. Resistenzen sind bei einigen Stämmen bekannt gegenüber Tetracyclinen und Sulfonamiden.

Prophylaxe

Streptococcus suis wird durch Detergenzien und Desinfektionsmittel wirksam abgetötet. Besondere Schutzmaßnahmen (Arbeitsschutz und Hygiene) in der Schweinezucht, in der tierärztlichen Praxis und in Betrieben zur Fleischverarbeitung beachten.

Immunisation

Eine Impfung für Menschen existiert nicht (nur für Tiere). Durchgemachte Infektion führt wahrscheinlich nicht zur Immunität.


Erstellt am 12.5.2015 - ©2002 DRTM/MTTS