Chandipura Virus

verbreitung erreger inkubationszeit präpatenz
patenz symptomatik übertragung diagnostik
therapie prophylaxe komplikationen meldepflicht


Krankheitsnamen:
Chandipura-Virus-Infektion, Chandipura-Virus-Enzephalitis, Chandipura encephalitis

Erreger

Chandipura Virus, (-)ssRNA Viren, Mononegavirales, Rhabdoviridae, Vesiculovirus

Verbreitung

Westafrika (Nigeria und Senegal) und Indien (Gujarat, Maharashtra und Andhra Pradesh).

Übertragung

Nicht sicher bekannt. Eine Übertragung durch Sandfliegen (Phlebotomus sp.) wird vermutet. Im Labor konnten die Viren durch oral infizierte Anopheles-, Aedes- und Culex-Mücken übertragen werden.

Pathogenese:
Bei verschiedenen Enzephalitis-Ausbrüchen in Indien wurden unter anderem Chandipura Viren als verantwortliche Erreger vermutet (z.B. aufgrund von Antikörpernachweisen beim Menschen während der akuten Phase). Dies konnte bisher jedoch nicht sicher nachgewiesen werden. Es bleibt also immer noch die Frage offen, ob das Chandipura Virus überhaupt humanpathogen ist? Zur Pathogenese ist dementsprechend bisher nichts bekannt. Antikörper konnten bisher neben dem Menschen auch in verschiedenen Haustieren (Schweine, Büffel, Rinder, Ziegen, Schafe), in Rhesus-Affen und in afrikanischen Igeln (Atelerix spiculus, A. albiventris) nachgewiesen werden. Ob die Tiere Reservoire darstellen oder an der Übertragung beteiligt sind, ist bisher unklar.

Inkubationszeit

unbekannt

Symptomatik

Die folgenden Angaben beziehen sich auf die Ausbrüche in Indien, bei denen Chandipura Viren als Verursacher vermutet werden. Verschiedenen klinische Manifestationen konnten bisher beobachtet werden; z.B. subklinisch, mildes Fieber und Enzephalitis mit hohem Fieber und Eintreten des Todes innerhalb von 48 Stunden. Symptome bei den Betroffenen waren in unterschiedlichem Maße Fieber, Krämpfe, Schüttelfrost, Myalgie, Arthralgie, Erbrechen, Asthenie, verschlechterte Sinneswahrnehmungen, asymmetrische Quadriparese, Hemiparese, Aplasia, Durchfall ohne besondere Dehydrierung und Tachykardi. Vesikuläre Eruptionen mit schweren Transudaten und Hyperpigmetierung konnten in der Heilungsphase bei einigen Patienten beobachtet werden. Bei vielen der Patienten wurden sehr niedrige Hämoglobinwerte und Monozytenwerte festgestellt.

Komplikationen

Folgeschäden bei Überlebenden wurden bisher nicht berichtet.

Prognose

Die Sterblichkeit soll bis über 70 % betragen.

Diagnostik

RNA-Nachweis, Antikörpernachweis aus Serum.

Differentialdiagnose

Enzephalitis-Erkrankungen anderer Ursache (z.B. Dengue, Malaria, Japanische Enzephalitis)

Therapie

Eine spezifische Therapie gibt es nicht.

Prophylaxe

Eventuell Schutz vor Insektenstichen.

Immunisation

Eine Impfung gibt es nicht.


Erstellt am 12.5.2015 - ©2002 DRTM/MTTS