Varicellen

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patenz symptomatik übertragung diagnostik
therapie prophylaxe komplikationen meldepflicht


Erreger

Varicella-Zoster-Virus

Krankheitsnamen: VARICELLEN

Synonym(a)

(Windpocken, Feuchtblattern

Verbreitung

Varicellen kommen überall auf der Welt vor, und es ist damit zu rechnen, dass 96 % der Erwachsenen mit dem Virus bereits Kontakt gehabt haben.

Übertragung

Tröpfchen- und Schmierinfektion, äußerst ansteckend. Infektionsquellen sind Nasen-Rachensekret, Stuhl, Harn von Windpockenkranken. Die Zweitmanifestation der Erkrankung ist die Gürtelrose (Zoster).

Inkubationszeit

12 bis 21 Tage.

Symptomatik

Plötzlich einsetzender Hautausschlag (Papeln, die sich rasch in Bläschen mit serösem Inhalt umwandeln) und gleichzeitig Fieber (bis 40 Grad möglich). Der Hautausschlag beginnt im Gesicht und auf der Kopfhaut, erfasst dann später den Rumpf und breitet sich zentripetal aus. Der Ausschlag verläuft in Schüben, sodass rote Flecken, Papeln und Bläschen nebeneinander bestehen. Auch die Schleimhäute sind häufig mitbetroffen. Der Ausschlag ist lästig und juckend, die Bläschen bzw. deren Inhalt hochinfektiös.

Komplikationen

Mittelohrentzündung, Lungenentzündung, Nierenbeteiligung und vor allem auch Gehirn- und Gehirnhautentzündung (1 pro 4000 Erkrankte!) kommen vor.

Diagnose

Die Verdachtsdiagnose wird klinisch anhand der Symptomatik gestellt. Zur Diagnosesicherung werden serologische Untersuchungen und eventuell der Virusnachweis (Speziallabors) angewendet.

Therapie

Meist sind die klassischen Varicellen bei Kindern nicht behandlungsbedürftig, außer dass juckreiz- und entzündungshemmende Lotionen auf den Ausschlag aufgebracht werden. Kündigen sich Komplikationen an oder ist der Verlauf von vorneherein schwer, so können virusstatische Medikamente (z. B. Acyclovir®) eingesetzt werden. ältere Menschen, die noch nie Varicellen hatten, sind für schwerere Verläufe anfällig, ebenso Personen mit Störungen des Immunsystems.

Prophylaxe

Impfung

Immunisation

Einmalige subkutane Injektion. Gegebenenfalls zwei Impfungen im Abstand von vier bis acht Wochen. Impfung ab dem 9. Lebensmonat durchführbar. Attenuierter Lebendimpfstoff (Varilrix® = Stamm OKA).

Schutzrate:
Bei Kindern bis zum zwölften Lebensjahr nach einer Impfung 97 %, bei älteren Personen dann nur noch 90 %, bei Immunsupprimierten auch schlechter (dann zwei Impfungen erwägen). Der tatsächliche Schutz gegen die Infektion liegt nur bei etwa 70 %, vor einer schweren Erkrankung aber bei 90 %. Die Schutzdauer beträgt sechs bis zehn Jahre.

Nebenwirkungen:
Milde lokale Reaktionen an der Impfstelle, selten ein paar an Varicellen erinnernde Bläschen, sonst ausgezeichnet verträglich.

Achtung

Varicelleninfektionen in der Schwangerschaft können vor allem zwischen der zwölften und 20. Schwangerschaftswoche zu Embryomissbildungen (geistige Behinderung, anatomische Missbildungen, Augenabnormalitäten) führen. Wenn nichtimmune Schwangere in dieser Zeit Kontakt mit dem Varicellavirus haben, so sollte eine Hyperimmunglobulingabe erfolgen.


Erstellt am 12.5.2015 - ©2002 DRTM/MTTS