Vogelgrippe

verbreitung erreger inkubationszeit präpatenz
patenz symptomatik übertragung diagnostik
therapie prophylaxe komplikationen meldepflicht


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- 01.04.2015 - Indonesien -


Krankheitsnamen:
Vogelgrippe, "Geflügelpest"

Synonym(a)

Avian influenza, Asian Bird Flu

Erreger

verschiedene Virus-Subtypen (alle Influenza Typ A) als Krankheitserreger von Geflügel, mehrere hiervon wurden als human-pathogen identifiziert:


Verbreitung

weltweit bei Geflügel und verschiedenen Wildvögeln

Entwicklungszyklus:
Bei Vögeln können die Symptome sehr leicht sein (engl.: "low pathogenic avian influenza" = LPAI) oder auch hoch ansteckend mit schwerem Verlauf (Sterblichkeitsrate bis zu 100%) (engl.: "highly pathogenic avian influenza" = HPAI, bisher nur H5 und H7). LPAI Viren können sich nach einer gewissen Zeit (meist mehrere Monate) zu HPAI Viren umwandeln. Alle Vögel können potenziell an der Vogelgrippe erkranken. Natürliches Reservoir sind vermutlich wandernde Wasservögel, meist Enten. HPAI Viren können für lange Zeiten in der Umwelt überdauern, besonders unter niedrigen Temperaturen. Viren vermehren sich bei Vögeln im Verauungstrakt (Ausscheidung meist mit dem Kot), beim Menschen jedoch in den Atmungsorganen (Übertragung auf den Menschen meist durch Inhalation). Vögel können die Viren bis zu 10 Tagen mit den Körperausscheidungen an die Umwelt abgeben. H5N1 ist hoch-pathogen und kann die Spezies-Barriere überwinden (Hauskatzen, Tiger, Leoparden, Schweine, Pferde, Menschen) - Gefahr von Co-Infektionen!

Übertragung

von infizierten Vögeln auf den Menschen generell gering, meist nur bei häufigem Kontakt (Arbeiter in Tierfarmen und Schlachtereien) zu den Tieren oder deren Ausscheidungen. Keine Infektion über ausreichend erhitzte Nahrung (Hühnerfleisch oder Eier), Vogelgrippeviren meist nicht von Mensch zu Mensch übertragbar (Ausnahme 3 humane H7N7 Fälle in den Niederlanden 2003). Übertagungen von Katze zu Katze oder Katze zu Mensch bisher nicht bekannt. Auch Übertragungen von Schwein zu Schwein bisher unbekannt.

Inkubationszeit

Nicht sicher bekannt: 3-14 Tage

Symptomatik

Stark vom Virus-Typ abhängig, bei milden Formen (z.B. H7N7) tritt oft eine Konjunktivitis auf: starker Tränenfluss, rote, juckende, schmerzhafte oder brennende Augen oder Photophobie können vorkommen. Verschiedenen Subtypen der Viren können eine Influenza-ähnliche Erkrankung (ILI - influenza-like illness) hervorrufen: Fieber und eines der folgenden Symptome: Husten, Rhinorrhö, trockener Hals, Myalgie oder Kopfschmerzen. Generell ähneln die Symptome denen einer Infektion mit humanen Influenza A Viren: (hohes Fieber, Husten, trockener Hals, niedriger Blutdruck, deutliche Verminderung der Lymphozyten und allgemeine Schwäche). In schweren Fällen kommt es zu respiratorischen Problemen bis zur Pneumonie. Hauptsymptome sind Luftnot, Husten und Fieber über 38.0°Celsius. Halsschmerzen, Schnupfen oder Hautausschläge treten in der Regel nicht auf! Röntgenaufnahmen der Lunge zeigen unspezifische, diffuse Infiltrationen.

Komplikationen

Lungenentzündung und respiratorische Probleme führen häufig zum Tod (fast nur H5N1 und H7N9)

Prognose

Alle Personen- und Altersgruppen können erkranken. Bei den Subtypen H5N1 und H7N9 sehr hohe Sterblichkeitsraten beim Menschen.


Diagnostik

5 bis 10 Tage nach Einsetzen der Symptome guter Nachweis möglich. In Augenflüssigkeit, Abstrich im Halsbereich, Bronchoalveoläre Lavage (BAL) und Oropharynx-Proben. Hämagglutinations-Inhibitions-Test (HI) und RT-PCR.

Differentialdiagnose

Legionellose, Mycoplasmen, Psittakose, andere bakterielle Lungenentzündungen, humane Influenza

Therapie

Symptomatisch, Oseltamivir (Tamiflu) und Zanamivir

Prophylaxe

Bei beruflich exponierten Personen (z.B. Geflügelfarm- oder Schlachtereiarbeiter): Bei Ausbrüchen prophylaktische Gabe von Neuraminidase Inhibitoren (z.B. Oseltamivir). Schutzkleidung, Handschuhe, Gesichtsmasken, Augenschutz, Händehygiene. Impfung gegen humane Influenza zum Schutz vor Co-Infektionen.
Für Reisende: Verzicht auf Besuch von Vogel- oder Geflügelmärkten, meiden des Aufenthaltes in Geflügelfarmen, meiden von sonstigem Kontakt mit Geflügel jeglicher Art, gründliche Händehygiene mit Wasser und Seife oder auch alkoholischen Händedesinfektionslösungen, Geflügelfleisch oder Eiern gut erhitzen (über 70°C).

Immunisation

Impfstoffe gegen H5N1 seit 2007 in der EU zugelassen, Impfstoffe gegen H7N9 sind zur Zeit in Erprobung.


Erstellt am 12.5.2015 - ©2002 DRTM/MTTS