Wolhynisches Fieber

verbreitung erreger inkubationszeit präpatenz
patenz symptomatik übertragung diagnostik
therapie prophylaxe komplikationen meldepflicht



Synonym(a)

Febris quintana, Fünftagefieber, Trench Fever, Fievre des Tranchees

Erreger

Bartonella quintana (früher: Rickettsia quintana, Rochalimaea quintana )

Verbreitung

Die Erkrankung kam in den beiden letzten Weltkriegen in Europa und in Mexiko vor. Endemische Foci und damit Erkrankungen in abnehmender Häufigkeit sollen noch in Osteuropa (Polen, GUS-Staaten), Lateinamerika (Mexiko, Bolivien) und Afrika (Nordafrika, Burundi, äthiopien) existieren. Neuer Meldungen aus Frankreich und den USA mit unterschiedlicher klinischer Manifestation deuten auf eine Renaissance der Erkrankung hin.

Übertragung

Die Übertragung erfolgt durch die Inokulation der der Faeces von Kleiderläusen (Pediculus humanus) durch Kratzen an der Saugstelle. Eine Infektion über die Schleimhäute und und Flöhe ist beschrieben worden. Der Mensch ist einziger Wirt und Reservoir zugleich, ein tierischer Wirt ist bis dato nicht bekannt. Bei dem Bakterium könnte es sich um eine Mutation der Rickettsien hin zu einer milderen labileren Form sowohl bei den Menschen als auch bei den übertragenden Läusen handeln.

Inkubationszeit

Die Inkubationszeit beträgt 7 - 30 Tage.

Symptomatik

Die Erkrankung beginnt urplötzlich mit Febris, Cephalgie, Rücken- und Gliederschmerzen, besonders der Tibia. Das Fieber tritt intermittierend alle 4 - 5 Tage auf. Das rosa Exanthem kann über längere Zeit andauern. Lebensbedrohliche Verläufe sind äußerst selten, die Erkrankung führt nicht zum Tode und erzeugt auch keine Immunität. Dem Rückfallfieber ähnliche Episoden sind typisch auch noch nach Jahren (Spätrückfälle) möglich. Seit nicht allzu langer Zeit sprechen Berichte auch über das Auftreten einer bacillären Angiomatose und einer Endocarditis.

Diagnostik

Die Diagnostik erfolgt über den Nachweis spezifischer Antikörper. Die Weil-Felix-Reaktion ist negativ, die KBR positiv, der ELISA sensitiv. Es wird eine Kultur auf Basis des Patientenblutes angelegt. Die Anzucht in zellfreien Medien ist möglich.

Therapie

Die Therapie erfolgt unisono des klassischen Flecktyphus (Typhus exanthematicus). Doxycyclin, Tetracyclin, Erythromycin, Chloramphenicol. Therapie eine Woche über Fieberfreiheit.

Prophylaxe

Läuse, Flöhe und Nager werden mit Pestiziden bekämpft. Verlauste Patienten müssen entwest, von Nagern frequentierte menschliche Behausungen nagerdicht gemacht werden.
Eine postexpositionelle Prophylaxe in endemischen Gebieten wird empfohlen.

Achtung

Der Kot der Läuse bei betroffenen Patienten gefährdet nicht immune Kontaktpersonen. Beim Krankenhauspersonal ist Fleckfieber als Berufskrankheit gar nicht so selten.


Erstellt am 12.5.2015 - ©2002 DRTM/MTTS