Norwalk-/ Norwalk-Like-Virus

verbreitung erreger inkubationszeit präpatenz
patenz symptomatik übertragung diagnostik
therapie prophylaxe komplikationen meldepflicht



Erreger

Diese Viren gehören zu den sogenannten SRSV (small round structured viruses) die erst 1972 mit Hilfe eines Elektronenmikroskops entdeckt wurden. Ursprünglich als Norwalk-Like-Virus bezeichnet (nach dem Ort Norwalk in Ohio, wo es 1968 den ersten Ausbruch gab), werden sie jetzt als Gattung Norovirus bezeichnet. Zur Zeit sind 23 verschiedene Stämme bekannt, die zu humanen Infektionen führen können.

Verbreitung

Sie sind weltweit verbreitet und für einen großen Teil (30%) der bei Kindern und Erwachsenen (50%) vorkommenden viral bedingten Magen-Darm-Erkrankungen verantwortlich. Sie sind häufige Ursache für Ausbrüche in Gemeinschaftseinrichtungen, können aber auch sporadisch vorkommen. Die Partikel sind ausgesprochen widerstandsfähig gegenüber der Umwelt sowie auch Desinfektionsmitteln und lassen sich im Moment noch nicht in bestimmten Kulturen anzüchten.

Übertragung

Die Viren werden im Stuhl eines Erkrankten in großer Menge ausgeschieden. Die Übertragung erfolgt hauptsächlich fäkal-oral und dabei überwiegend von Mensch zu Mensch. Aber auch verunreinigte Speisen, Getränke und Gegenstände können der Ausgangspunkt für eine Infektion sein, vielleicht sogar eine Übertragung über Aerosole. Die Infektiosität ist sehr hoch, d.h., es genügen geringste Virusmengen (ca. 100 Partikel), um eine Erkrankung auszulösen.

Inkubationszeit

Die Zeit bis zum Ausbruch beträgt zwischen 12 - 48 Stunden und Patienten sind in der Zeit der Erkrankung bis zu 48 Stunden nach dem Verschwinden der Symptome noch ansteckungsfähig.

Symptomatik

Das Krankheitsbild beginnt akut mit Erbrechen, starken Durchfällen (etwa 5 - 8 Tage) mit erheblichem Flüssigkeitsverlust, meist ausgeprägtem Krankheitsgefühl, Bauchschmerzen, Übelkeit, Kopf- und Muskelschmerzen sowie Mattigkeit und leicht erhöhter Temperatur. Selten kommt es zu hohem Fieber. In der Folge kommt es evtl. auch zu Steatorrhoe und kurzzeitiger Malabsorption. Auch Verläufe leichtere Art oder sogar ohne irgendwelche Symptome kommen vor.

Diagnostik

Ein Nachweis der Viren ist nur in speziellen Laboratorien möglich.

Therapie

In der Regel reicht eine ambulante Behandlung aus. Im Zentrum steht der Ausgleich des Flüssigkeitsverlustes. Eine ursächliche antivirale Therapie steht noch nicht zur Verfügung.

Prophylaxe

Vorbeugende Maßnahmen sind die Beachtung der allgemeine Hygiene in Gemeinschaftseinrichtungen. Besonders Speisen mit Fisch und anderen Meeresfrüchten sollten gut durchgegart sein. Erkrankte sollten den Kontakt zu anderen Personen bis zu einer Zeit von 48 Stunden nach Abklingen der Krankheitserscheinungen meiden. Für Gesunde sind keine weiteren Maßnahmen erforderlich. Jedoch muß im Falle eines Ausbruches die Infektionsquelle schnell erkannt werden um sie in Anbetracht der hohen Ansteckungsfähigkeit der Erreger umgehend ausschalten zu können. Temperaturen über 71 °C töten die Viren wirksam ab.

Immunisation

Nach einer durchgemachten Infektion ergibt sich eine Immunität, die allerdings nur wenige Monate bestehen bleibt. Immunität gegenüber einem Stamm schützt nicht vor den anderen bekannten Stämmen der Gattung Norovirus.

Meldepflicht

Nach § 3 des Bundesseuchengesetzes besteht Meldepflicht für Krankheitsverdacht, Erkrankung und Tod. Eine besondere Meldepflicht besteht für Gemeinschaftseinrichtungen und Einrichtungen zur Betreuung von Säuglingen.

Achtung

Bei der Verarbeitung von Lebensmitteln in Großküchen, Gemeinschaftseinrichtungen etc. ist auf eine einwandfreie Hygiene zu achten.


Erstellt am 12.5.2015 - ©2002 DRTM/MTTS