Waschbärspulwurm

verbreitung erreger inkubationszeit präpatenz
patenz symptomatik übertragung diagnostik
therapie prophylaxe komplikationen meldepflicht


Synonym(a)

Waschbärenaskariasis

Erreger

Waschbärspulwurm (Baylisascaris procyonis, raccoon roundworm)

Verbreitung

Der Rundwurm ist in ganz Nordamerika verbreitet - Schwerpunkt sind dabei die nördlichen Gebiete inklusive Kanadas und Europa. Die Erkrankung ist, abhängig von der Zahl der in einer Gegend lebenden Waschbären, ziemlich selten. Studien haben ergeben, daß bis zu 50-60% der Waschbären infiziert sind ohne selbst daran zu erkranken. Im Waschbären lebt der Organismus im Dünndarm, im Menschen, in Hunden und Zwischenwirten wandert er in andere Organe - das Zentralnervensystem inklusive Gehirn und Auge (neurale Larva migrans / cerebrospinale Nematodenerkrankung). Der Wurm erreicht eine Länge von 14-18 cm und einen Durchmesser von 0,8 cm, die Larve eine Länge von 1,5-2,0 cm.

Übertragung

Infektiöse Eier stellen in manchen Gegenden Kaliforniens z.B. ein großes Erkrankungsrisiko dar, auch Infektionen mit Todesfolge, abhängig von der Anzahl der aufgenommenen Eier, sind möglich. Die Waschbären ziehen es vor, an allgemein zugänglichen Plätzen, sogenannten Latrinen, ihren Kot abzusetzen, wo dann die Anzahl der Eier zunimmt. Dort vorbeikommende und auf dem Boden spielende Kinder können die Eier zufälligerweise aufnehmen. Aber auch andere Plätze wie Dächer, Baumstümpfe, Holzhaufen oder Astgabeln werden frequentiert.

Symptomatik

Die von dem Parasit des Waschbären mit dem Stuhl ausgeschiedenen Eier sind nach 3-4 Wochen infektiös. Bei einem infizierten Zwischenwirt wandern die Larven in 5-7% in das Gehirn und verursachen durch die entstehende Entzündung große Schäden. Sie können aber auch in alle anderen Organe wandern mit der Folge der Entstehung von Fieber, Leberschwellung, Atemprobleme. Bei einer Infektion des Auges kommt es zu einer Lichtscheu (Photophobie) verbunden mit Sehverlust. Der Parasit kann, abhängig von den Bedingungen, über Jahre infektiös sein.

Therapie

Die Behandlung der Larveninfektion ist schwierig und zeitaufwendig.

Achtung

Offensichtlich von Waschbären benutzte Toiletten sollten gemieden werden, diese könnten auch beim Tragen von Handschuhen gereinigt und der Inhalt in einem versiegelten Behälter entsorgt werden. Die Ausscheidungen und der Boden könnten auch verbrannt bzw. abgefackelt werden.


Erstellt am 12.5.2015 - ©2002 DRTM/MTTS