Lymphatische Filariose

verbreitung erreger inkubationszeit präpatenz
patenz symptomatik übertragung diagnostik
therapie prophylaxe komplikationen meldepflicht



Synonym(a)

Fadenwurminfektion

Englischer Begriff: Filariasis

Erreger

Wuchereria bancrofti, Brugia malayi, Brugia timori

Verbreitung

Asien, Zentralafrika, Zentral- und Südamerika, Karibik, Pazifik

Übertragung

Die Larven werden durch Stich infizierter Mücken der Arten Culex, Aedes und Anopheles übertragen.

Inkubationszeit

Mehrere Monate

Präpatenz

mehrere Monate-mehrere Jahre

Patenz

Bis zu 15 Jahre

Symptomatik

Rezidivierende Schübe von Lymphadenitis, Lymphangitis, Funiculitis, Orchitis, Epididymitis und Fieber. Nach Jahren kommt es durch chronische Lymphödeme zur Elephantiasis des betroffenen Beins. ödeme im Bereich der Genitalien und Brüste sind ebenso typisch.

Komplikationen

Nekrose des betroffenen Areals, Superinfektion
Tropische pulmonale Eosinophilie (TPE): Pulmonale Infiltrate, periphere Eosinophilie, Husten, Asthmaattacken überwiegend nachts nach längerem Aufenthalt in den Tropen ohne Nachweis von Mikrofilarien im Blut bei wahrscheinlicher Filariose.

Prognose

Hängt ab vom Zeitpunkt des Beginns der Therapie und von bestehenden Vorschädigungen

Diagnostik

Blut: Eosinophilie, bei Nachweis der Mikrofilarien die Erregerperiodik beachten (Blutentnahme zwischen 22 und 2 Uhr).
Biopsie: Die Mikrofilarien sind auch in Haut, Muskel und betroffenen Organen nachweisbar. Eine diagnostische Lymphknotenbiopsie wird wegen Gefahr von Komplikationen nicht empfohlen.
Punktion: Nachweis in Flüssigkeit aus Hydrocele oder Lymphvarizen
Urin: Chylurie

Differentialdiagnose

Hernie, Onchozerkose, Malignom. Die Schwellung abdomineller Lymphknoten kann ein akutes Abdomen vortäuschen.

Therapie

Diethylcarbamazin ist Mittel der Wahl. Bei Hydrozele und Elephantiasis des Skrotums kann die chirurgische Therapie indiziert sein. In frühen Stadien tragen Kompressionsstrümpfe und Lymphmassage zur Besserung bei.

Prophylaxe

Konsequenter Schutz vor Mückenstichen. Eine medikamentöse Vorbeugung mit Diethylcarbamazin kann durchgeführt werden.


Erstellt am 12.5.2015 - ©2002 DRTM/MTTS