Checkliste Guinea

Region: Westafrika
Hauptstadt: Conakry


Aktuell

09.07.2015 - Ebola-Fieber - +

Hinweise

Sicherheit

Aufgrund der bereits seit Dezember 2013 andauernden Ebola-Epidemie rät das Auswärtige Amt weiterhin von Reisen nach Guinea ab. Dringend benötigtes medizinisches, humanitäres oder technisches Personal sowie Mitarbeiter der entwicklungspolitischen Zusammenarbeit sind hiervon ausgenommen. Zwar sind die Fallzahlen inzwischen rückläufig, in Guinea werden aber wöchentlich weitere Neuerkrankungen registriert (betroffen ist der Westen des Landes). Die Dunkelziffer an neuen Infektionen ist wahrscheinlich höher, da immer noch neue Übertragungsketten entdeckt werden. Es wird daher dringend angeraten, die Nachrichtenlage aufmerksam zu verfolgen, sich von sichtbar Kranken fernzuhalten und bei Reisen ins Land besondere Vorsicht walten zu lassen.

Darüber hinaus gefährden innenpolitische Konflikte die Stabilität und Sicherheit im Land. Bei Demonstrationen kann es zu gewaltsamen Zusammenstößen kommen. Generell ist bei Reisen nach Guinea erhöhte Wachsamkeit geboten, größere Menschenansammlungen sollten gemieden werden.

Reisende ins Landesinnere sollten sich bewusst sein, dass gewaltsame Konflikte zwischen verschiedenen Familienclans oder ethnischen Gruppen jederzeit auftreten können. Reisende sollten sich daher stets über die aktuelle Sicherheitslage informiert halten.

Aufgrund der für den Großteil der Bevölkerung desolaten wirtschaftlichen Lage und vor allem wegen der Probleme bei der Stromversorgung in vielen Stadtteilen gibt es in Conakry, aber auch im Landesinneren immer öfter Akte des Vandalismus und Straßenblockaden. Auch bandenmäßige Gewaltkriminalität ist zunehmend verbreitet; nachts werden häufig Überfälle auf Passanten, Wohnhäuser und Geschäfte verübt. Die Anzahl gemeldeter Raubmorde, teilweise durch bewaffnete Täter in Uniformen, hat zugenommen.Die Sicherheitskräfte, sofern rechtzeitig vor Ort, versuchen diese schwere Kriminalität ihrerseits mit Einsatz von Feuerwaffen einzudämmen, wodurch die Gefahr steigt, von verirrten Kugeln getroffen zu werden. Es wird davon abgeraten, folgende Stadtteile Conakrys zu besuchen: Bambeto, Hamdallaye, Matoto, Cosa, Koloma, Simbaya, Wanidara.


Unterwegs

Im Zuge der Bekämpfung des Ebola-Ausbruchs können Grenzen geschlossen und das Reisen beeinträchtigt sein. Auch an den Grenzen und Flughäfen anderer westafrikanischer Staaten ist mit verstärkten Kontrollen zu rechnen. Bei medizinischen Auffälligkeiten (insbesondere erhöhte Körpertemperatur) im Rahmen solcher Kontrollen sind Probleme bei Ein- bzw. Ausreise bis hin zu z.B. Zwangsquarantänemaßnahmen nicht auszuschließen.
Der Flugverkehr in und aus Guinea hat sich zwar wieder normalisiert, kann aber, je nach weiterer Entwicklung kurzfristig wieder eingeschränkt werden. Reisenden wird geraten, auf aktuelle Informationen der Fluggesellschaften zu achten. Die WHO schätzt das Risiko, sich während eines Fluges an einem Mitreisenden mit Ebola zu infizieren, als sehr gering ein und sieht bisher keine Notwendigkeit für internationale Reisebeschränkungen.

Eine touristische Infrastruktur existiert nur in Ansätzen. Conakry weist mehrere Hotels mit europäischem Standard auf. Attraktivstes Ausflugsziel sind die der Hauptstadt vorgelagerten Inseln. Im Landesinnern gibt es nur einfache Hotels.

Geteerte Straßenverbindungen bestehen zwischen Conakry und Boké, Labé, Kourémalé (Grenzübergang nach Bamako/Mali) und Forécariah. Die Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel (Taxis, Busse) ist wegen des technischen Zustands der Fahrzeuge nicht ohne Risiken. Schwere Unfälle sind häufig.


Medizinische Versorgung

Die medizinische Versorgung im Lande ist mit Europa nicht zu vergleichen und vielfach technisch, apparativ und/oder hygienisch hoch problematisch. Die ärztliche Versorgung in Conakry ist begrenzt. Französisch sprechende Fachärzte der wichtigen Fachrichtungen sind vorhanden, einzelne davon sprechen auch deutsch.

Planbare Operationen sollten nur in Europa durchgeführt werden. Für den Notfall kommen nur zwei Privatkliniken in Betracht, die auch begrenzt intensivmedizinische Behandlungen gewährleisten können. Eine Privatklinik unterhält auch einen Ambulanzdienst, auf den bei Unfällen im Stadtgebiet zurückgegriffen werden kann.

Das Mitbringen von Medikamenten ist für Personen zu empfehlen, die auf spezielle Medikamente angewiesen sind. Die Apotheken in Guinea haben ein begrenztes Sortiment wichtiger Standardmedikamente häufig europäischer Herkunft. Medikamentenfälschungen mit unsicherem Inhalt kommen vor.


Kulturelle Hinweise

Etwa 90 % der Bevölkerung sind Muslime, 5 % Christen und 5 % Anhänger von Naturrelgionen.


Gesetze & Zollbestimmungen

Guinea ist schon wenige Jahre nach der Staatsgründung 1958 zu einer Militärdiktatur geworden. Die heutige Verfassung bekennt sich formal zur Gewaltenteilung und fixiert allgemeine Bürger- und Grundrechte, welche in der Praxis bisher allerdings kaum oder nur in Ansätzen realisiert sind.

Homosexuelle Handlungen werden mit Freiheitsstrafen von 6 Monaten bis zu 3 Jahren und einer Geldstrafe bestraft. Wenn diese Handlung mit einem Minderjährigen unter 21 Jahren durchgeführt wird, muss stets die Höchststrafe verhängt werden. Wurde bei der vollendeten oder versuchten Handlung Gewalt angewandt, ist Haft von 5 bis 10 Jahren zu verhängen.

Es ist verboten, folgende Sicherheitsbereiche (einschließlich der dort Beschäftigten) zu fotografieren und zu filmen: Kasernen, Polizeistationen (Kommissariate, Gendarmeriebrigaden), Flughäfen, Seehafen, Zoll, Feuerwehr. Bei Verstößen ist die Beschlagnahme des Geräts und/oder des Films/Chips zu erwarten. Mit Schwierigkeiten beim ungefragten Ablichten von Privatpersonen muss ebenfalls gerechnet werden.

Die Einfuhr von Devisen ist unbegrenzt zulässig. Devisen sind bei Einreise zu deklarieren. Die Ausfuhr von guineischer Währung sowie die Einfuhr von Waffen und Drogen ist verboten. Weitergehende Zollinformationen zur Einfuhr von Waren erhalten Sie bei der Botschaft Ihres Ziellandes. Nur dort kann Ihnen eine rechtsverbindliche Auskunft gegeben werden. Die Zollbestimmungen für Deutschland können Sie auf der Website des deutschen Zolls (www.zoll.de) einsehen oder telefonisch erfragen.


Botschaftsadressen

Botschaft der Republik Guinea

Adresse: Jägerstr. 67-69, 10117 Berlin
Telefon: (030) 20 07 43 30
Fax: (030) 2 00 74 33 33
E-Mail: berlin@ambaguinee.de


Deutsche Botschaft in Guinea

Adresse: Ambassade de la République fédérale d'Allemagne, B.P. 540, Conakry, Guinea
Telefon: +224 621 22 17 06, +224 621 22 17 07
E-Mail: info@conakry.diplo.de
Website: http://www.conakry.diplo.de

Impfungen

Standard
Impfschutz gegen Diphtherie, Tetanus (=Wundstarrkrampf) und Poliomyelitis (=Kinderlähmung), der (außer Polio Auffrischung b. Erwachsenen) von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt wird.
Diphtherie / Tetanus  
Poliomyelitis  
zusätzlich mögliche Impfungen
Die Entscheidung, ob eine dieser Impfungen sinnvoll und empfehlenswert ist, richtet sich nach Art, Standard und Dauer des Aufenthaltes, dem individuellen Verhalten des Reisenden und dessen Vorsorgebedürfnis (s. orientierender Kurztext). Reiseimpfungen werden nicht von den gesetzlichen Kassen übernommen. Ausnahme: Influenza (=Grippe), FSME (=durch Zecken übertragene Frühsommermeningoenzephalitis) in endemischen Gebieten und Hepatitis B bei Kindern.
Cholera  
Gelbfieber   Empfohlen für alle Reisenden, die älter als 9 Monate sind.
Hepatitis A  
Hepatitis B  
Influenza  
Masern  
Meningokokken  
Tollwut  
Typhus  
Pflichtimpfungen nur bei Einreise aus Endemiegebiet
Gelbfieber   Kinder unter 1 Jahr sind davon ausgenommen.

Erkrankungen im Reiseland

Diese Auflistung enthält eine Auswahl im Reiseland vorkommende Erkrankungen. Über eine tatsächlich vorliegende Gefährdung für Reisende sollten Sie sich jeweils individuell informieren.
Bilharziose (Schistosomiasis), Chikungunya-Fieber, Cholera, Darminfektion/Diarrhoe/Durchfall, Dengue-Fieber, Ebola-Fieber, Gelbfieber, Geschlechtskrankheiten, Hepatitis A, Hepatitis B, Hepatitis C, HIV/AIDS, Lassa-Fieber, Leishmaniose, cutane (Orientbeule), Lymphatische Filariose, Meningokokken-Meningitis, Onchozerkose, Rückfallfieber, Schlafkrankheit, Tollwut, Typhus,

Malaria

Es besteht ganzjährig landesweit hohes Malaria-Risiko. Es kommt überwiegend die lebensgefährliche Malaria tropica vor.
Medikamente
Mückenschutz

Einreisebestimmungen (für deutsche Staatsbürger)

Es besteht Visumpflicht.
Für die Einreise ist ein (auch vorläufiger) Reisepass bzw. Kinderreisepass erforderlich. Auch ein noch gültiger Kinderausweis nach altem Muster (der Kinderausweis wird seit 1. Januar 2006 nicht mehr ausgestellt) ist prinzipiell zulässig, jedoch wird davon abgeraten diesen weiterhin zu benutzen. Alleinreisende Kinder/Jugendliche sollten eine Einverständniserklärung der Erziehungsberechtigten in französischer Sprachfassung, die sog. „Autorisation Parentale“ bei sich führen.


Bitte beachten Sie ! Diese Checkliste ist kein Ersatz für ärztliche Beratung, sondern soll Sie bei der Reisevorbereitung unterstützen. Haftungsansprüche sind ausdrücklich ausgeschlossen. Falls weitere Fragen auftreten, bieten spezialisierte Info Hotlines weitere Auskünfte. Diese Impfungen und erforderliche Untersuchungen können Sie bei reisemedizinisch qualifizierten Ärzten oder tropenmedizinischen Instituten durchführen lassen. Die mit Checkbox versehenen Punkte sollten beachtet und entsprechend durchgeführt oder zur Kenntnis genommen werden. Daneben beachten Sie bitte Risiken durch vorbestehende Erkrankungen und Infektionskrankheiten, denen bisher nicht durch Impfung vorgebeugt werden kann.

Wir wünschen Ihnen eine gute Reise und gesunde Rückkehr.

Erstellt am 09.07.2015 10:41:55 ©2015 MTTS / Datenbasis:DRTM