Checkliste Afghanistan

Region: Zentralasien
Hauptstadt: Kabul


Hinweise

Sicherheit

Vor Reisen nach Afghanistan wird dringend gewarnt. Wer dennoch reist, muss sich der Gefährdung durch terroristisch oder kriminell motivierte Gewaltakte bewusst sein.

Für zwingend notwendige berufliche Reisen nach Afghanistan gilt: Der Aufenthalt in weiten Teilen des Landes bleibt gefährlich. Jeder längerfristige Aufenthalt ist mit zusätzlichen Risiken behaftet. Bereits bei der Planung des Aufenthaltes sollten die Sicherheitslage und die daraus resultierenden Bewegungseinschränkungen beachtet werden. Zudem sollte der Aufenthalt auf der Basis eines tragfähigen professionellen Sicherheitskonzepts durchgeführt werden. Es wird empfohlen, sich bei Reisen nach Afghanistan möglichst schon vor Abreise in die Deutschenliste des Deutschen Auswärtigen Amts einzutragen.

Trotz der ständig verbesserten Fähigkeiten der afghanischen Sicherheitskräfte und der Präsenz der Internationalen Schutztruppe ISAF kann es landesweit, auch in der Hauptstadt Kabul, zu Attentaten kommen.

In ganz Afghanistan besteht das Risiko, Opfer einer Entführung oder eines Gewaltverbrechens zu werden. Auch in der Hauptstadt Kabul können Überfälle, Entführungen und andere Gewaltverbrechen nicht ausgeschlossen werden. Im übrigen Land bestehen teilweise noch deutlich höhere Sicherheitsrisiken.

Allen Deutschen vor Ort wird zu größtmöglicher Vorsicht geraten. Dies gilt besonders für Überlandfahrten, die auch in vergleichsweise ruhigeren Landesteilen nur im Konvoi, nach Möglichkeit bewacht, und mit professioneller Begleitung durchgeführt werden sollten. Die Sicherheitslage auf der Strecke muss zeitnah zur Fahrt sorgfältig abgeklärt werden. Es wird davor gewarnt, an ungesicherten Orten zu übernachten.

Afghanistan ist seit vielen Jahren Schauplatz militärischer Auseinandersetzungen und gilt als eines der Länder mit hoher Gefährdung durch Landminen. Anschläge, z.B. durch „improvised explosive devices“ (IEDs) können darüber hinaus jederzeit Fußgänger, Fahrrad- und Kraftfahrer landesweit bedrohen.


Unterwegs

Ohne ausreichende Ortskenntnisse können Wanderungen und Überlandfahrten aufgrund vorhandener Landminen lebensgefährlich sein und sollten dringend unterbleiben.

In den Sommermonaten kann es zu einer hohen Belastung der Luft durch Staub kommen. Besonders in den westlichen Landesteilen kommt es dann häufig auch zu heißen Staubstürmen („Shomal“). Chronische Atemwegserkrankungen wie Asthma oder COPD können sich dadurch erheblich verschlechtern. Auch die Augen müssen dann entsprechend geschützt werden.

Vor Reisen in große Höhen (über 2.300 m) empfiehlt sich vor der endgültigen Reiseplanung eine individuelle Beratung durch einen höhenmedizinisch erfahrenen Arzt. Vor der Einnahme von Medikamenten zur Vorbeugung oder Behandlung der Höhenkrankheit ohne Anweisung durch einen Arzt oder erfahrenen Bergführer wird dringend gewarnt. Zivile Luftrettungsunternehmen für die Rettung aus Bergnot gibt es in Afghanistan nicht. Intensive Sonneneinstrahlung, Blendung durch Schnee und Eis, starker Wind, extreme Kälte und unwegsames oder unbekanntes Gelände bergen weitere Risiken für den Reisenden in großer Höhe. Durch Erdbeben oder anhaltende Niederschläge kann es an gefährdeten Stellen zu Lawinen, Muren und Abrutschen von ganzen Berghängen kommen.


Medizinische Versorgung

Die medizinische Versorgung ist in weiten Landesteilen unzureichend, eine Notfallversorgung mit funktionierender Rettungskette meist nicht existent. Auch in Kabul entspricht die medizinische Versorgung nicht immer europäischem Standard. Bei schweren Erkrankungen oder Verletzungen kann in Einzelfällen, soweit lokal vorhanden, ggf. eine erste Versorgung in einer Sanitätseinheit oder einem Feldlazarett der ISAF Truppen erfolgen. Diese Einheiten sind jedoch in erster Linie für die Truppenangehörigen gedacht. Bei beruflichen Aufenthalten empfiehlt sich die vorherige Kontaktaufnahme zur nächsten, erreichbaren Sanitätseinheit bereits vor einer möglichen Inanspruchnahme.

Bei schweren Erkrankungen muss eine medizinische Evakuierung, zum Beispiel nach Indien oder nach Dubai, erwogen werden. Ein ausreichender und gültiger Krankenversicherungsschutz einschließlich einer Reiserückholversicherung ist zwingend notwendig, kann aber die unzureichende medizinische Infrastruktur vor Ort nicht ersetzen. Eine individuelle Beratung durch einen reisemedizinisch erfahrenen Arzt in ausreichendem Abstand vor der Ausreise wird dringend empfohlen. Besonders chronisch kranke und behandlungsbedürftige Menschen müssen sich des hohen gesundheitlichen Risikos einer Reise nach Afghanistan bewusst sein.

Die Versorgung mit zuverlässigen Medikamenten und eine ununterbrochene Kühlkette sind häufig nicht gesichert. Es muss damit gerechnet werden, dass insbesondere in kleinen Apotheken auf dem Land auch Fake-Produkte statt richtiger Medikamente verkauft werden. Reisende sollten regelmäßig einzunehmende Medikamente in ausreichender Menge nach Afghanistan mitbringen und sich für die Einreise die Notwendigkeit von ihrem Arzt auf Englisch bescheinigen lassen. Landesweit treten zahlreiche Resistenzen gegen häufig eingesetzte Antibiotika auf.

Die Deutsche Botschaft in Kabul verfügt für den Notfall über eine Adressenliste von Ärzten in der Stadt, die aber aufgrund der Sicherheitslage besonders nachts nicht immer erreicht werden können.


Kulturelle Hinweise

Die Rücksichtnahme auf die Moralvorstellungen einer islamisch geprägten Gesellschaft beim Aufenthalt in Afghanistan ist ein allgemein geltendes Gebot der Achtung, Höflichkeit und des gesunden Menschenverstandes. So sollte beispielsweise auf eine nicht körperbetonte Kleidung geachtet werden. Eine offizielle Burka-Pflicht wurde 2001 aufgehoben, nichtsdestotrotz ist die Burka jedoch nach wie vor die gewöhnliche Kleidung für die meisten Frauen.

Nur wenige Frauen wagen es, sich ohne männliche Begleitung in der Öffentlichkeit zu bewegen. Übergriffe gegen Frauen sind in Kabul und anderen größeren Städten nicht selten – obwohl die Lage zumindest hier durch ausländische Truppenpräsenz einigermaßen stabil ist.

Homosexualität und Transsexualität sind gesellschaftlich geächtet.


Gesetze & Zollbestimmungen

Rechte von Homosexuellen und Transsexuellen sind in Afghanistan nicht gewährleistet. Gleichgeschlechtliche bzw. transsexuelle Handlungen sind durch Bestimmungen und Auslegungen der Scharia unter Strafe, bis hin zur Todesstrafe, gestellt. Über die Durchführung von Strafverfahren wegen homosexueller und transsexueller Handlungen liegen keine Erkenntnisse vor.


Botschaftsadressen

Deutsche Botschaft in Afghanistan

Adresse: Kabul Wazir Akbar Khan, Mena 6, Kabul
Postadresse: Embassy of the Federal Republic of Germany, P.O. Box 83, Kabul, Afghanistan
Telefon: (0093 20) 210 15 12
Fax: (030) 50 00 75 18
E-Mail: info@kabul.diplo.de
Website: http://www.kabul.diplo.de


Afghanische Botschaft in Deutschland

Adresse: Taunusstraße 3 (Ecke Kronberger Straße 5), 14193 Berlin
Telefon: 030-20 67 35 10
Fax: 030-20 67 35 25
E-Mail: info@botschaft-afghanistan.de
Website: http://www.botschaft-afghanistan.de

Impfungen

Standard
Impfschutz gegen Diphtherie, Tetanus (=Wundstarrkrampf) und Poliomyelitis (=Kinderlähmung), der (außer Polio Auffrischung b. Erwachsenen) von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt wird.
Diphtherie / Tetanus  
Poliomyelitis  
zusätzlich mögliche Impfungen
Die Entscheidung, ob eine dieser Impfungen sinnvoll und empfehlenswert ist, richtet sich nach Art, Standard und Dauer des Aufenthaltes, dem individuellen Verhalten des Reisenden und dessen Vorsorgebedürfnis (s. orientierender Kurztext). Reiseimpfungen werden nicht von den gesetzlichen Kassen übernommen. Ausnahme: Influenza (=Grippe), FSME (=durch Zecken übertragene Frühsommermeningoenzephalitis) in endemischen Gebieten und Hepatitis B bei Kindern.
Cholera  
Hepatitis A  
Hepatitis B  
Influenza  
Masern  
Meningokokken  
Tollwut  
Typhus  
Pflichtimpfungen nur bei Einreise aus Endemiegebiet
Gelbfieber  

Erkrankungen im Reiseland

Diese Auflistung enthält eine Auswahl im Reiseland vorkommende Erkrankungen. Über eine tatsächlich vorliegende Gefährdung für Reisende sollten Sie sich jeweils individuell informieren.
Cholera, Darminfektion/Diarrhoe/Durchfall, Diphtherie, Fievre boutonneuse, Geschlechtskrankheiten, Hepatitis A, Hepatitis B, HIV/AIDS, Krim-Kongo hämorrhagisches Fieber, Leishmaniose, cutane (Orientbeule), Leishmaniose, viszerale (Kala Azar), Meningokokken-Meningitis, Milzbrand (Anthrax), Phlebotomusfieber, Poliomyelitis (Kinderlähmung), Rückfallfieber, Tollwut, Typhus,

Malaria

Das Risiko ist landesweit von Mai bis November in allen Regionen unterhalb von 2.000 m gegeben. 95% der Fälle betreffen die Malaria tertiana. Der Anteil an lebensgefährlicher Malaria tropica nimmt seit Jahren zu.
Medikamente
Mückenschutz

Einreisebestimmungen (für deutsche Staatsbürger)

Es besteht Visumpflicht.
Nähere Auskünfte zum Visumverfahren erteilt die Botschaft der Islamischen Republik Afghanistan in Berlin, Taunusstrasse 3, 14193 Berlin.


Bitte beachten Sie ! Diese Checkliste ist kein Ersatz für ärztliche Beratung, sondern soll Sie bei der Reisevorbereitung unterstützen. Haftungsansprüche sind ausdrücklich ausgeschlossen. Falls weitere Fragen auftreten, bieten spezialisierte Info Hotlines weitere Auskünfte. Diese Impfungen und erforderliche Untersuchungen können Sie bei reisemedizinisch qualifizierten Ärzten oder tropenmedizinischen Instituten durchführen lassen. Die mit Checkbox versehenen Punkte sollten beachtet und entsprechend durchgeführt oder zur Kenntnis genommen werden. Daneben beachten Sie bitte Risiken durch vorbestehende Erkrankungen und Infektionskrankheiten, denen bisher nicht durch Impfung vorgebeugt werden kann.

Wir wünschen Ihnen eine gute Reise und gesunde Rückkehr.

Erstellt am 09.07.2015 10:41:49 ©2015 MTTS / Datenbasis:DRTM